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Sie klingen uns noch in den Ohren, die trotzig heraus gegrölten Kampflieder, diese mehr schlecht als recht vertonten Parteiprogramme, intoniert von hoch motivierten "Songgruppen", die mit der Weltrevolution sehr viel im Sinn hatten, kaum jedoch etwas mit der Musik.
Dass jedoch beides durchaus in Einklang zubringen ist - der politische Anspruch einerseits und anspruchsvolle Musik andererseits - das beweist eindrucksvoll "das kleine elektronische weltorchester" ewo2. (...) Es sind idealistische, hoffnungsfrohe Lieder, die "das kleine weltorchester" zu Gehör bringt. Lieder können nicht die Welt verändern, aber sie können zu einer positiven Grundhaltung beitragen, die nötig ist, um unselige Entwicklungen zu stoppen", schreibt Kai Engelke in "Köpfchen, 02-2008", dem Infomagazin der Arbeitsgemeinschaft Burg Waldeck-Festival.
Das kleine elektronische Weltorchester (ewo2) ist ein musikalisch-politisches Projekt, das seit rund 10 Jahren die Bewegungen und künstlerischen Randbereiche dieser Republik unterstützt und mitgestaltet.
Koordinator und nicht nur sprachenergetischer Mittelpunkt ist Bernd Köhler, der in den siebziger Jahren unter seinem Spitznamen "Schlauch" manches Folk-Festival an den Rande des Wahnsinns trieb, wenn er sich auf der Bühne abarbeitete. "Nicht mit Steinen und Sturmmaske - seine Waffe war schärfer: Seine Gitarre und seine erbarmungslosen Texte waren bei Freunden beliebt und bei seinen Gegnern gefürchtet", schreibt der antifa-onlineshop in einem Kommentar. Daneben Hans Reffert, Gitarre spielendes Urgestein, immer auf der Suche nach dem finalen Riff, der den Rock'n Roll lebt, hämmert, heraushaut oder die klagende Lapsteel in den Äther schickt und Christiane Schmied, von Beruf Cutterin/Filmemacherin, die Elektronikspezialistin der Truppe. Schraubt, bastelt, kreiert schräge Loops und Sounds oder spielt eine wundersam schön-elektronische Gitarre. Und immer wieder mal ist auch Laurent Leroi mit von der Partie, der Ausnahme-Akkordeonist aus dem Elsass mit den intergalaktisch fliegenden Fingern über dem Manual.
Das ergibt eine Wucht, Eindringlichkeit und Tiefe, die es so in diesem Lande nicht noch einmal gibt. Von Rüdiger Bischoff (KreativTon) wieder einmal unverwechselbar in tonales ArtWork gesetzt. AVANTI POPOLO 1, so der programmatische Titel mit den live eingespielten Neuinterpretationen von Klassikern wie "A la huelga", die "Moldau" oder "Joe Hill". Letzteres von Hans Reffert gesungen, geschrien und gehaucht und mit der Lapsteel begleitet und "le temps des cerises", sehr französisch interpretiert von Christiane. Dazu ältere Songs von Bernd wie "Blauer Planet" oder "Noch steigt Rauch auf" und experimentelle Stücke wie "Geld" nach einem Text des Japaners Yu ich oder "Free Mumia". Und nicht zu vergessen, die ewo-Variante der "Internationale" als nachdenklich intoniertes Textdokument. Genial einfach - einfach genial! Die CD "Avanti Popolo" wurde im Juni 2008 in die Top10 der deutschsprachigen Liederbestenliste gewählt.
Mehr Infos gibt es über: www.ewo2.de |